Pritsche 2.0
– bring mich zum klingen

Entwurf und Ausführung

Schon die Idee, als Gruppe einen gemeinsamen Entwurf abzugeben ist neu, das gab es bislang noch bei keinem städtischen Wettbewerb, an dem Kölner Gold- und Silberschmiede teilgenommen haben. Da können natürlich die Inhalte des Entwurfes nicht zurückstehen und müssen ebenso neu sein. So dachten wir und heraus kam die Idee, dass der in der Ausschreibung vorgesehene Klang der Pritsche nicht sofort verhallt, wenn sie geschlagen wurde, sondern im Internet noch beliebig lange nachklingt – dies erreichten wir durch den, auf einer Seite angebrachten QR-Code. Das passt zu einem Insignium der Macht, denn es wird hier mit der Macht der Information gearbeitet. Diese Internetpräsenz kann über die Historie und Bedeutung der Pritschen aufklären, sie kann Informationen zu den Trägern und deren Motti liefern, ebenfalls zu welchen offiziellen Anlässen die Pritsche überhaupt eingesetzt wird und was dies symbolisch zu bedeuten hat, kurzum sie beansprucht die ganze Deutungshoheit über alles Wissenswerte rund um die Pritsche des Prinzen im Dreigestirn des Kölner Karnevals.

Die gerade Form mutet im Vergleich mit den vorangegangenen Gestaltungen futuristisch an, die einzelnen Details folgen in ihrer Formgebung dieser Überschrift. Es gibt auf der einen Seite den besagten QR Code am oberen Ende, auf der anderen Seite ebenfalls oben befindet sich eine Spruchplatte, auf der zu lesen steht: „von Zoten frei die Narretei“ und „Seine Tollität Prinz Karneval“. Beide sind quadratisch, darunter „rieseln“ auf beiden Seiten quadratische Konfettis in Gold-Silber-Schichtblech. Die zu verwendenden Farben grün, gelb, rot und weiß gibt es alle auch als Goldfarben, sodass wir auf ein silbernes Grundblech geschweißte Farbgoldbleche verwendet haben, um darauf Jahr für Jahr die Gravuren der aktuellen Träger der Pritsche anzubringen. Das obere Farbgoldblech ist dabei gerade mal so stark, dass die Gravur bis ins Silberblech reicht. Das erhöht die Lesbarkeit durch einen größeren Kontrast. Am Griff sind vier wieder quadratische Knöpfe angebracht, worauf verschiedene Wappen und Symbole zu sehen sind. Das Wappen des Großen Senats des Kölner Karnevals und das des Festkommitees Kölner Karneval sind auf einer Seite angebracht, als Relief und wieder in den verschiedenen Goldlegierungen. Das Wappen der Stadt ist zusammen mit dem Faksimile des bei Auftragserteilung und Fertigstellung amtierenden Oberbürgermeisters Jürgen Roters auf der anderen Seite des Griffs zu sehen, beide hauptsächlich als Intaglio. Umlaufend sind Gravuren an zwei Knöpfen zu sehen, dort steht „vGestiftet vom Oberbürgermeister der Stadt Köln“ und „Gestiftet vom Großen Senat des Kölner Karnevals“.

Im Inneren der Pritsche werden die Farben nun etwas knackiger, so wie es auch die mit ihr einhergehenden Botschaften sein werden. In definitivem Grün, Gelb, Rot und Weiß sind dort die Aramith-Kugeln, die den Klang erzeugen an Federblech befestigt. Ein lautes Klackern, das noch ein wenig nachhallt, ertönt, wenn man die Pritsche vorsichtig in die Hand schlägt. (Auch auf dieser Homepage zu hören!) Im Griff sind zur Verstärkung ebenfalls Aramith-Platten in den Farben Grün, Gelb und Rot eingebracht. Die gesamte Konzeption und Herstellung wurde von folgenden Werkstätten durchgeführt:

Wir sind stolz und glücklich, dass wir die neue Pritsche machen durften, haben sehr viel über unser schönes Brauchtum gelernt und sehen in unserer Gruppenarbeit auch zukunftsweisendes für solche Projekte, denn in der Gruppe steckt mehr als in jedem einzelnen allein.